EDMONTON OBESITY STAGING SYSTEM (EOSS)
Das Edmonton Obesity Staging System (EOSS) ist ein klinisches Klassifizierungssystem, das Patienten mit Adipositas basierend auf der Schwere ihrer Begleiterkrankungen und funktionellen Einschränkungen in fünf Stadien (0–4) einteilt. Im Gegensatz zum reinen BMI erlaubt das EOSS eine präzisere Vorhersage der Mortalität und unterstützt die klinische Entscheidungsfindung für medikamentöse oder bariatrische Therapien.
Beispiele: Borderline-HTN/Glukose (1), behandelte HTN/Diabetes/Schlafapnoe (2), Herzinfarkt/Herzinsuffizienz (3).
Beispiele: Belastungsdyspnoe (1), Alltagseinschränkung (2), Arbeitsunfähigkeit (3), Behinderung (4).
Beispiele: Beeinträchtigtes Wohlbefinden (1), Depression/Angst (2), Suizidalität (3).
Interpretation
Stadium 0: Keine adipositasbedingten Risikofaktoren oder Einschränkungen.
Management nach klinischem Stadium
| Stadium | Empfohlenes Management |
|---|---|
| Stadium 0 | Identifizierung von Faktoren für Gewichtszunahme; Beratung zu Lebensstilmassnahmen. |
| Stadium 1 | Monitoring; Untersuchung nicht-gewichtsbedingter Risikofaktoren; Lebensstilinterventionen. |
| Stadium 2 | Einleitung von Adipositas-Therapien (verhaltensorientiert, pharmakologisch, chirurgisch). |
| Stadium 3 | Intensive Adipositas-Therapie; aggressives Management der Endorganschäden. |
| Stadium 4 | Aggressives Management der Komplikationen; funktionelle Rehabilitation & psychosoziale Hilfe. |
Hinweis für bariatrische Chirurgie: Die Stadien 3 und 4 sind mit einem erhöhten Risiko für postoperative Komplikationen verbunden. Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung ist hier essenziell.
Quellen & Referenzen
- Sharma AM, Kushner RF. "A proposed clinical staging system for obesity". Int J Obes (Lond). 2009.







