KORRIGIERTES QT-INTERVALL (QTc)

Das QT-Intervall im EKG variiert physiologisch mit der Herzfrequenz: Bei Tachykardie verkürzt es sich, bei Bradykardie verlängert es sich. Die QTc-Korrektur ermöglicht eine frequenzunabhängige Beurteilung der ventrikulären Repolarisation. Eine Verlängerung des QTc-Intervalls ist mit einem erhöhten Risiko für lebensbedrohliche ventrikuläre Arrhythmien (Torsade de Pointes) assoziiert.

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ms (QTc)

Klinische Perlen & Diagnostik

Achten Sie bei der manuellen Messung darauf, die U-Welle nicht fälschlicherweise in das QT-Intervall einzubeziehen (Tangentenmethode verwenden). Liegt eine Verlängerung vor (meist > 440 ms bei Männern, > 460 ms bei Frauen), sollten folgende Ursachen geprüft werden:

  • Elektrolytstörungen: Insbesondere Hypokaliämie, Hypomagnesiämie oder Hypokalzämie.
  • Medikamente: Antiarrhythmika (Klasse I & III), Psychopharmaka, bestimmte Antibiotika (Makrolide, Fluorchinolone).
  • Kardiale Pathologien: Myokardischemie, Myokarditis oder angeborene Long-QT-Syndrome (LQTS).
  • Zentralnervöse Ereignisse: Intrakranielle Blutungen (SAB) oder Schlaganfälle.
Formeln zur Berechnung:
  • Bazett: $QTc = \frac{QT}{\sqrt{RR}}$ (Klassisch, überschätzt QTc bei Tachykardie)
  • Fridericia: $QTc = \frac{QT}{\sqrt[3]{RR}}$ (Empfohlen bei Herzfrequenzen > 60 bpm)